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Anhang 11
DV 947/300, § 4

Auswaschen des Lokomotivkessels

 

Die Lokomotivkessel sind in bestimmten Fristen auszuwaschen. Für die Bemessung der Fristen sind die Beschaffenheit des Wassers, der Entwicklungsstand der Aufbereitung des Speisewassers sowie die Beanspruchung und die Bauart der Lokomotiven maßgebend.

Auswaschvorgang:

  1. Durch Schließen der vorhandenen Einrichtungen ist Zugluft im Lokkessel zu vermeiden. An der Feuertür ist das Schild „Kessel ohne Wasser" anzubringen.
  2. Nachdem sämtliche Waschluken und Reinigungsdeckel geöffnet sind, ist mit dem Ausspritzen zu beginnen. Das Spritzwasser soll eine Temperatur von etwa 40 °C und einen Druck von rd. 6 kp/cm2 haben, damit der Schlamm und Kesselstein zwischen den Heiz- und Rauchrohren und zwischen den Seiten- und Deckenstehbolzen der Feuerbüchse weggespült wird. Fester Kesselstein ist durch Abstoßen und Herausziehen der Stücke zu entfernen. Bei Verwendung der Drahtrute sind zur Schonung der Lukenfutter Schutzeinsätze zu benutzen.
  3. Muss ohne zwangsweises Abkühlen ausgewaschen werden, darf der Temperaturunterschied zwischen dem Spritzwasser und dem Kessel während der Dauer des Auswaschens nicht mehr als 20 °C betragen.
  4. Reihenfolge der Auswascharbeiten:

    1. Bodenring und Speisedom
      Nachdem alle kleinen und großen Waschluken, der Wasserverteiler und die Winkelroste entfernt sind, wird der Bodenring freigespült und dann beim Speisedom mit dem Auswaschen begonnen. Der Kesselstein auf dem Prallblech ist gründlich abzustoßen. Vom Speisedom aus und durch die seitlichen großen Waschluken sind die Rieselbleche zu säubern. Winkelroste sind zu reinigen und wieder einzulegen, fehlende Roste sind zu ersetzen. Die Wasserverteiler sind einzubauen und zu sichern.
    2. Feuerbüchsdecke
      Der Kesselsteinansatz der Deckenstehbolzen ist zu entfernen. Die Decke und die Seitenwände sind durch die oberen Waschluken vom Umlauf aus so abzuspritzen, dass kein Kesselstein auf das Rohrbündel fällt und eine vorzeitige Vermauerung eintritt.
    3. Langkessel
      Der Langkessel ist von der Rauchkammer aus, am Stehkessel beginnend, mit langem Spritzrohr auszuwaschen. Zur Reinigung der Rauchkammerrohrwand dient ein Winkelspritzrohr.
    4. Stehkessel
      Von den oberen Luken der Stehkesselrückwand aus werden der Stehkessel hinten und besonders der Feuerlochring oben und an den beiden Seiten, ferner Stehkesselseitenwände und -rückwand gründlich abgespritzt. Danach wird durch die unteren Luken der Bodenring hinten und seitlich freigespült. Kesselsteinansatz an den Stehbolzen ist abzustoßen. Von den hinteren unteren Luken der Seitenwände aus wird der Kesselstein nach vorn gespült und dort mit Kratzen abgezogen, zuletzt werden Stehkesselvorderwand und Bodenring vorn freigespült und gesäubert.

Besichtigen des Kesselinneren:

  1. Nach Beendigung des Ausspritzens hat der Meister in jedem Falle das Kesselinnere mit der Stablampe und dem Winkelspiegel abzuleuchten, und zwar in folgender Reihenfolge:
    Langkessel von der Rauchkammer aus
    Rohrbündel vom Speisedom aus,
    Schlammleiträume des Langkessels, Feuerbüchsdecke,
    Rückwandraum, Seitenwandräume, Stehkesselvorderwand.
    Dabei ist hauptsächlich auf Fremdkörper, Ablagerung des Kesselsteines an Feuerbüchswänden, Seiten- und Deckenstehbolzen sowie Heiz- und Rauchrohren zu achten. Seiten- und Deckenstehbolzen sind auf Abzehrungen, Feuerbüchswände und -decke außerdem auf Ausbeulungen zu besichtigen.


Dampflokfreunde Salzwedel e.V. Am Bahnhof 6, 19322 Wittenberge