Unsere aktuellen Termine (2021):
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Anhang 3
DV 947/300, § 3

Standprüfverfahren für Dampflokomotiven

Das Standprüfverfahren dient dazu, Dampfundichtheiten und den Zustand des Lauf- und Triebwerkes sowie der Steuerung zu ermitteln.

Es ist auszuführen:

  1. bei Betriebslok, innerhalb von 90 Tagen
  2. vor kurz- und langfristiger Abstellung sowie bei Inbetriebnahme nach langfristiger Abstellung (vgl. Anh. 23)
  3. vor Aufstellung der Vormeldung
  4. vor Abstellung zur Raw-Ausbesserung

Erforderliche Arbeitskräfte:

1 technische Aufsicht,
1 Lokführer.
1 Hilfskraft

Keil für Zylinderentwässerungsventil


Erforderliches Werkzeug:

1 Hammer
1 Meißel
1 Durchschlag
1 Splintzieher
10 Radkeile, die am Radumfang gleichmäßig anliegen
1 Lunte
4 Keile für Zylinderventile, aus Rundeisen mit kurzem Schenkel, als einseitige Keile ausgeschmiedet (s. Skizze)
1 Einsteckrohr für Voreilhebel

Maße der Lok BR anpassen

Das Standprüfverfahren ist nur unter Leitung eines Meisters bzw. Arbeitsaufnehmers durchzuführen, die damit voll vertraut sind. Das Standprüfverfahren ist mit größter Vorsicht auf geradem Gleis und nur in ausreichendem Schutzabstand von Gebäuden, Drehscheiben, Weichen, Schiebebühnen und Gleiskreuzungen vorzunehmen. Alle Handlungen sind einzeln festzulegen und wieder aufzuheben.

Der Regler darf nur von einem dazu Berechtigten bedient werden, der bei geöffnetem Regler den Führerstand nicht verlassen darf.

A) Zwillingslokomotive

Feststellung der Undichtheiten von Kolben, Schieber usw.


Skizze 1
  1. Lok so über eine Arbeitsgrube stellen, dass der rechte Treibzapfen nach Skizze l steht. Die Schienen sind auf doppelte Loklänge zu sanden.
  2. Zusatz- und Tenderbremse anziehen, auf einer Lokseite die gekuppelten Radsätze vorn und hinten mit Radkeilen festlegen. Die Zylinder sind gut vorzuwärmen.
  3. Steuerung auf Mitte. Druckausgleicher, Luftsauge- und Zylinderentwässerungsventile schließen.
  4. Auf beiden Lokseiten den unteren Bolzen am Voreilhebel entfernen. Beide Voreilhebel senkrecht stellen.
  5. Vordere und hintere Zylinderentwässerungsventile mit Keilen öffnen.
  6. Aschkastenluftklappen und Bläser schließen, Luftpumpe abstellen, Rauchkammer öffnen.
  7. Zur Prüfung den Regler langsam öffnen, bis Schieberkastendruckmesser vollen Druck anzeigt.
  8. Dichtstellen in der Rauchkammer, Überhitzereinheiten, Dampfsammelkasten und Einströmrohre mit langer Lunte ohne Betreten der Rauchkammer ableuchten. Feuertür etwas öffnen. Sind Umkehrenden der Uberhitzereinheiten undicht, so ist das Geräusch des ausströmenden Dampfes von der Feuertür aus zu hören.


Dampflokfreunde Salzwedel e.V. Am Bahnhof 6, 19322 Wittenberge